„St. Pölten an die Donau – Krems an die Westbahn“
Seit vielen Jahren wartet der Zentralraum in Niederösterreich auf bessere Zugverbindungen zwischen St Pölten und Krems. Sowohl St Pölten als auch Krems entwickelten sich im letzten Jahrzehnt zu starken Metropolregionen in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Kultur, Gesundheit und Tourismus.
Mit der Einführung eines Taktfahrplans wurde die erste Hürde für ein umfassendes S-Bahnnetz in der Hauptstadtregion genommen. Eine Dekade danach, pendeln täglich etwa 40.000 Menschen nach St. Pölten ein und etwa 10.000 aus. Die Zugverbindung nach Krems liegt jedoch weiter im Dornröschenschlaf“. St. Pölten und Krems sind beliebte moderne Metropolen im niederösterreichischen Zentralraum, aber die Zugverbindung ist noch ein Produkt aus dem vorherigen Jahrhundert. Für die 35 Kilometer benötigt die Bahn noch immer 44 Minuten, während man die Strecke mit dem Auto in höchstens 30 Minuten bewältigt.
Umso größer ist die Enttäuschung über die Entwicklungen bei den Plänen zum Bahnausbau: Die lang zugesagte Elektrifizierung des wichtigen Abschnitts zwischen Herzogenburg und Krems – erst unter der letzten ÖVP-Grünen Bundesregierung für 2028 versprochen – wurde um ganze zwölf Jahre verschoben. Zusammen mit dem Kahlschlag bei den Haltestellen und der Hinhaltung von Investitionen auf der Bahnlinie ins untere Traisental durch die ehemalige Infrastrukturministerin Gewessler, stehen die Bürgerinnen und Bürger St. Pöltens und der gesamten Hauptstadtregion vor einem weiteren herben Rückschlag.
Mit dem Einsatz von batterieelektrischen Zügen können die Fahrzeiten wenigsten ab 2029 verkürzt werden. Bis dahin muss aber die dringend modernisiert werden. Die Entfernung von Langsamfahrstellen in den Bahnhöfen und Haltestellen, weitere Elektrifizierung sowie Taktverdichtungen und -ausweitungen können schon jetzt umgesetzt werden, damit dann spätestens ab 2029 die Bahnnutzer:innen zumindest gleich lange brauchen, wie mit dem Auto.
„Auch Landespolitiker sind aufgerufen, sich endlich für die Beschleunigung und Verbesserung der Zugverbindung zwischen Sankt Pölten und Krems einzusetzen. Vom zuständigen Landesrat Landbauer haben wir dazu leider aber noch gar nichts vernommen“, kritisieren Bürgermeister Matthias Stadler und Peter Molnar unisono. „Hunderte Personen pendeln täglich zwischen Krems und Sankt Pölten und bis zum Einsatz der neuen batterieelektrischen Züge muss die Bahnlinie zwischen den beiden Städten rasch auf Vordermann gebracht werden“, fordert der Kremser Bürgermeister Peter Molnar.
„Ebenso selbstverständlich ist, dass sich der seit Jahren angekündigte zweigleisige Ausbau zwischen Herzogenburg und St. Pölten, der ab 2029 vorgesehen ist, nicht weiter verzögern darf. Hier wäre entschlossenes Handeln des Landes gefragt – statt gleichzeitig wichtigen regionalen Mobilitätsprojekten wie dem Stadtbus die Finanzierung zu verweigern“, fordert der St. Pöltner Bürgermeister Matthias Stadler abschließend.


